Am
nächsten Tag rief ich also im Krankenhaus an. Man sagte mir, dass
der Befund noch immer nicht da ist und vertröstete mich auf den
nächsten Tag. Auch am nächsten Tag gab es kein Ergebnis. Der Arzt
teilte mir mit, dass bereits die „ganz schlimmen“ Sachen
ausgeschlossen werden konnten – aber so wie es momentan aussähe
ebenso auch die harmlosen Sachen, an die wir uns so sehr geklammert
hatten. Genaueres konnte er aber noch nicht sagen oder zu 100%
bestätigen. Was ich nun darunter verstehen und denken sollte wusste
ich nicht... Also verstrich wieder ein Tag. Obwohl ich wirklich froh
war nicht im Krankenhaus auf mein Urteil warten zu müssen, war ich
nervlich einfach nur ein Wrack. Ich versuchte mich bestmöglich
abzulenken. Dennoch stieg ständig die Angst und Panik in mir auf.
Die Ungewissheit war einfach nur schlimm. Mein Freund versuchte mich
immer zu beruhigen und zu trösten, wenn die Tränen einfach nur noch
liefen. Die Minuten und Stunden zogen sich endlos hin. Doch umso mehr
Zeit verstrich, umso mehr spürte ich, dass ich keine guten
Nachrichten mehr bekommen würde...
Am
nächsten Tag rief mich der Arzt zurück. Er sagte, dass er mir
leider mitteilen müsse, dass es sich tatsächlich um ein Lymphom
handelt, ein Morbus Hodgkin Lymphom. Ich versuchte die Fassung zu
bewahren und fragte, wie nun die nächsten Schritte ausstehen würden.
Er sagte mir, dass ich ab Montag wieder ins Krankenhaus müsste.
Dieses Mal aber auf eine andere Station und die Ärzte würden mir
dort den weiteren Werdegang erklären werden. Als das Gespräch
beendet war, brach die Welt für mich zusammen. Ich schrieb meiner
Familie und meiner besten Freundin eine Nachricht – ich war einfach
zu geschockt um zu telefonieren und wusste nicht, wie ich es in dem
Augenblick in Worte fassen sollte.
Ich
war auf der einen Seite froh, nicht direkt wieder ins Krankenhaus zu
müssen und so noch etwas Zeit zu haben, um alles sacken zu lassen –
auf der anderen Seite war es allerdings doch fast unmöglich mich
einmal mehr als ein paar Minuten ablenken zu können. Ich hatte keine
Ahnung, was das wirklich nun für mich bedeuteten sollte und was auf
mich zukommen würde.
Liebe Jasmin,
AntwortenLöschenich denke, diese Warterei und Ungewissheit ist wohl das schlimmste. Wenn man weiß, was man tun kann, dann handelt man. Beim Lesen deines Beitrags fühlte ich mich auch an meine Warterei erinnert. Das ist wohl bei jedem so, der solch eine Diagnose erhält. Ich wünsche mir, dass die Medizin ihre Diagnostik etwas beschleunigt, damit Menschen nicht so lange eine Damoklesschwert über sich schweben spüren.
Alles Liebe, deine Izzie
Das ist wohl war. Und das ganze Hin und Her um das Therapieschema fand ich auch noch mal sehr schlimm. Aber das kennst du ja leider auch selbst.
AntwortenLöschenViele liebe Grüße,
deine Jasmin