An
einem der darauf folgenden Tage fand ich mich wieder in meiner
onkologischen Praxis zu meiner Blutbildkontrolle ein. Dieses fiel
dieses Mal sehr schlecht aus. Die Leukozyten waren wie immer sehr
niedrig und auch die roten Blutkörperchen waren dieses Mal extrem
angeschlagen. Ich fragte meinen Arzt, wie ich mich verhalten soll.
Im Krankenhaus hatte man mir gesagt, dass ich mich dort einfinden soll,
wenn die Werte unter der Norm liegen. Mein Arzt sagte mir, dass alles
noch so in Ordnung wäre... Ich war sehr verunsichert und rief später
im Krankenhaus an. Die Schwester konnte mir am Telefon auch keine
Auskunft geben und so überlegte ich, ob ich dann eventuell doch
lieber am nächsten Tag in die Ambulanz des Krankenhauses fahren
sollte. Die Antwort präsentierte sich mir bereits am nächsten
Morgen auf dem Silbertablett. Naja eher unter meiner Haut. Ein sehr
kleines aber feines Blutungszeichen zierte mein Knie. Erschrocken
sprang ich sofort aus dem Bett und machte mich für eine erneute
Fahrt in die Klinik fertig.
Meine beste Freundin war so lieb, alles
sofort stehen und liegen zu lassen, um mich ins Krankenhaus zu
fahren. Im Wartebereich hoffte ich sehr, dass ich keine
Bluttransfusion bekommen muss. Doch nach einem erneuten Blutbild und
der Draufsicht der Ärztin gab es kein Entkommen: ich brauchte
dringend ein frisches Beutelchen erlesensten Blutes. Das Blut wurde
bestellt. Nach einer knappen Stunde musste ich mich im Chemo-Raum
einfinden. Mir wurde der Zugang gelegt und ich bekam den Beutel dran
gehangen. Anders als erwartet hing da kein dunkelroter Beutel,
sondern eine weiße dickliche Flüssigkeit. Also gefilterte Plättchen
und Proteine. Für mich war die Vorstellung, von jemand anderem Blut
oder dessen Bestandteile zu bekommen, irgendwie komisch. Ich sträubte
mich innerlich irgendwie sehr dagegen, auch wenn ich natürlich sehr
froh sein konnte, dass es so tolle Spender gibt, die damit natürlich
auch Leben retten. Die Transfusion ging recht schnell. Danach folgte
noch mal ein Blutbild, auf dem die Werte der roten Blutkörperchen
förmlich zu explodieren schienen. Frisch aufgetankt ging es wieder
nach Hause.

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