Montag, 22. Februar 2016

Blood to go

An einem der darauf folgenden Tage fand ich mich wieder in meiner onkologischen Praxis zu meiner Blutbildkontrolle ein. Dieses fiel dieses Mal sehr schlecht aus. Die Leukozyten waren wie immer sehr niedrig und auch die roten Blutkörperchen waren dieses Mal extrem angeschlagen. Ich fragte meinen Arzt, wie ich mich verhalten soll. Im Krankenhaus hatte man mir gesagt, dass ich mich dort einfinden soll, wenn die Werte unter der Norm liegen. Mein Arzt sagte mir, dass alles noch so in Ordnung wäre... Ich war sehr verunsichert und rief später im Krankenhaus an. Die Schwester konnte mir am Telefon auch keine Auskunft geben und so überlegte ich, ob ich dann eventuell doch lieber am nächsten Tag in die Ambulanz des Krankenhauses fahren sollte. Die Antwort präsentierte sich mir bereits am nächsten Morgen auf dem Silbertablett. Naja eher unter meiner Haut. Ein sehr kleines aber feines Blutungszeichen zierte mein Knie. Erschrocken sprang ich sofort aus dem Bett und machte mich für eine erneute Fahrt in die Klinik fertig. 



Meine beste Freundin war so lieb, alles sofort stehen und liegen zu lassen, um mich ins Krankenhaus zu fahren. Im Wartebereich hoffte ich sehr, dass ich keine Bluttransfusion bekommen muss. Doch nach einem erneuten Blutbild und der Draufsicht der Ärztin gab es kein Entkommen: ich brauchte dringend ein frisches Beutelchen erlesensten Blutes. Das Blut wurde bestellt. Nach einer knappen Stunde musste ich mich im Chemo-Raum einfinden. Mir wurde der Zugang gelegt und ich bekam den Beutel dran gehangen. Anders als erwartet hing da kein dunkelroter Beutel, sondern eine weiße dickliche Flüssigkeit. Also gefilterte Plättchen und Proteine. Für mich war die Vorstellung, von jemand anderem Blut oder dessen Bestandteile zu bekommen, irgendwie komisch. Ich sträubte mich innerlich irgendwie sehr dagegen, auch wenn ich natürlich sehr froh sein konnte, dass es so tolle Spender gibt, die damit natürlich auch Leben retten. Die Transfusion ging recht schnell. Danach folgte noch mal ein Blutbild, auf dem die Werte der roten Blutkörperchen förmlich zu explodieren schienen. Frisch aufgetankt ging es wieder nach Hause.

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