Am
2. November war es tatsächlich so weit – die letzte Therapie stand
an. Nachdem ich, wie üblich, wieder das Blut kontrollieren lassen
hatte, ging es zum Arzt. Anschließend wartete ich wieder auf die
bestellte Chemotherapie. Zwischenzeitlich ging ich noch ins
Schwesternzimmer, ließ mir ein Rezept für meine Spritze (für die
weißen Blutkörperchen) ausstellen und ließ mir einen Termin für
das Pet-CT geben. Dieses sollte, komischer Weise,
schon direkt fünf Tage später stattfinden. Ich fand es merkwürdig,
denn bis die Medikationen vollends wirken, dauert es in der Regel ja
immer um die 14 Tage. Innerlich hatte ich mir dieses Mal vorgenommen,
einen Countdown zu machen – immer gedanklich die Medikamente
abstreichen, bis das letzte durch ist und ich somit hoffentlich Chemo-frei
bin.
Da
meine erneute Hormon-Spritze nach den drei Monaten anstand, hoffte
ich, dass ich diese zuerst abhaken könnte. Die Schwester sagte mir,
dass sie mir diese aber erst nach der Therapie geben würde. Also
einen Schritt gedanklich übersprungen... Da der Arzt nach meinem
Medikament gegen Übelkeit keine Zeit hatte mit die Bolus-Spritzen zu
verabreichen, gab es dieses Mal für mich danach direkt den
Chemotherapie-Beutel. Erst dann riefen die Schwestern erneut bei dem
Arzt an. Nach einigem Warten gab es endlich das letzte Mal die
Spritzen. Ich hakte gedanklich weiter ab. Zum Schluss lief wieder
Flüssigkeit durch. Das Grobe war tatsächlich durch – so richtig
konnte ich es nicht glauben. Anschließend bekam ich noch meine
Spritze für die nächsten drei Monate Wechseljahre – da ich noch
nicht wusste, ob ich noch bestrahlt werden würde oder nicht. Dann
verließ ich mit Schatzi an der Hand das Krankenhaus. Aber das
glückliche Gefühl, was alle immer von einem erwarten, blieb aus.
Ich fühlte und realisierte einfach noch nicht, dass ich nun frei
sein sollte...
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