Nachdem
meine Blutwerte vor dem Wochenende noch ein mal durchgecheckt worden
waren, dürfte ich am 14.09.2015 mit meinem dritten Zyklus weiter
machen. Nun ging es mit dem ABVD-Schema los. Hierbei erfolgt je eine
Therapie an Tag 1 und 15. Die Nebenwirkungen sollten sich hier kaum
unterscheiden, beziehungsweise mit etwas Glück ein bisschen
abgeschwächt werden. Auch die Blutwerte sollten nicht mehr ganz so
extrem abfallen – zumindest was die roten Blutkörperchen betrifft.
Ab jetzt dürfte ich außerdem die Therapien komplett ambulant weiter
führen.
Vorsichtshalber
wurde noch mal das Blut durchgecheckt. Hier war noch immer alles in
Ordnung. Nachdem ich wieder ewig im Wartebereich warten musste,
musste ich noch mal zum Arzt rein. Im Anschluss ging ich in den
Chemo-Raum. Hier sagte man mir, dass meine Chemotherapie noch nicht
mitgekommen sei, obwohl sie ja schon am Freitag freigegeben wurde,
weil meine Blutwerte wieder stabil waren. Also wartete ich wieder...
und wartete... und wartete... Nach mehrmaligen Fragen und knapp zwei
Stunden warten und liegen im Wartebereich (wir erinnern uns, es war
Hochsommer bis an die 40 Grad und der Kreislauf durch die vergangenen
Chemotherapien eh noch sehr geschwächt), war die Chemo-Schwester
ratlos. Kurzer Hand schnappte sie mich und schleppte mich in die
unterste Etage durch das gesamte Gebäude. Sie klingelte mit mir bei
der Stelle, wo die Medikationen hergestellt und angemischt werden.
Sie schob mich vor und beschwerte sich bei dem Mitarbeiter, weil ich
nun schon so lange auf meine Therapie wartete. Dieser sagte ihr, dass
die Therapie schon längst angemischt und laut PC auch schon
raus geschickt wurde – mit dem Zusatz, ob sie denn auch nicht im
Kühlschrank gewesen wäre. Unsicherheit machte sich im Gesicht der
Schwester sichtbar. Also wankte ich mit ihr wieder zurück in den
Chemo-Raum. Welch Überraschung, da lag sie einsam und verlassen im
Kühlschrank - seit über zwei Stunden fertig auf mich wartend...
Dann
ging es auch mal endlich los: etwas gegen die Übelkeit, zwei
Bolus-Spritzen, einen Chemo-Beutel und dann noch Flüssigkeit. Im
Anschluss ging es nach Hause. Eine Depotspritze für meine weißen
Blutkörperchen gab es dieses Mal nicht – denn schließlich sollte
das Blutbild meistens nicht mehr ganz so arg abfallen...
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