Dienstag, 23. Februar 2016

Runde 3 mit neuem Spielplan

Nachdem meine Blutwerte vor dem Wochenende noch ein mal durchgecheckt worden waren, dürfte ich am 14.09.2015 mit meinem dritten Zyklus weiter machen. Nun ging es mit dem ABVD-Schema los. Hierbei erfolgt je eine Therapie an Tag 1 und 15. Die Nebenwirkungen sollten sich hier kaum unterscheiden, beziehungsweise mit etwas Glück ein bisschen abgeschwächt werden. Auch die Blutwerte sollten nicht mehr ganz so extrem abfallen – zumindest was die roten Blutkörperchen betrifft. Ab jetzt dürfte ich außerdem die Therapien komplett ambulant weiter führen.

Vorsichtshalber wurde noch mal das Blut durchgecheckt. Hier war noch immer alles in Ordnung. Nachdem ich wieder ewig im Wartebereich warten musste, musste ich noch mal zum Arzt rein. Im Anschluss ging ich in den Chemo-Raum. Hier sagte man mir, dass meine Chemotherapie noch nicht mitgekommen sei, obwohl sie ja schon am Freitag freigegeben wurde, weil meine Blutwerte wieder stabil waren. Also wartete ich wieder... und wartete... und wartete... Nach mehrmaligen Fragen und knapp zwei Stunden warten und liegen im Wartebereich (wir erinnern uns, es war Hochsommer bis an die 40 Grad und der Kreislauf durch die vergangenen Chemotherapien eh noch sehr geschwächt), war die Chemo-Schwester ratlos. Kurzer Hand schnappte sie mich und schleppte mich in die unterste Etage durch das gesamte Gebäude. Sie klingelte mit mir bei der Stelle, wo die Medikationen hergestellt und angemischt werden. Sie schob mich vor und beschwerte sich bei dem Mitarbeiter, weil ich nun schon so lange auf meine Therapie wartete. Dieser sagte ihr, dass die Therapie schon längst angemischt und laut PC auch schon raus geschickt wurde – mit dem Zusatz, ob sie denn auch nicht im Kühlschrank gewesen wäre. Unsicherheit machte sich im Gesicht der Schwester sichtbar. Also wankte ich mit ihr wieder zurück in den Chemo-Raum. Welch Überraschung, da lag sie einsam und verlassen im Kühlschrank - seit über zwei Stunden fertig auf mich wartend...

Dann ging es auch mal endlich los: etwas gegen die Übelkeit, zwei Bolus-Spritzen, einen Chemo-Beutel und dann noch Flüssigkeit. Im Anschluss ging es nach Hause. Eine Depotspritze für meine weißen Blutkörperchen gab es dieses Mal nicht – denn schließlich sollte das Blutbild meistens nicht mehr ganz so arg abfallen...

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