Als
ich wusste, was ich nun habe und wie es weitergehen würde,
informierte ich meine Arbeitskollegen und ein paar wenige Bekannte
und Freunde. Viele von ihnen waren sehr bestürzt und wünschten mir
viel Kraft. Irgendwie schien ich viel mehr zuversichtlicher und
überzeugter an die Sache ran zu gehen als die meisten Menschen um
mich herum. Ich wollte nicht ständig getröstet und bedauert werden.
Das habe ich versucht systematisch ab zu blocken, auch wenn gerade
die Familie oder mein Freund mich doch öfter mal in den Arm nehmen
wollten. Alles andere hätte mich runter gezogen und mir all die
Kraft die ich zum kämpfen brauchte geraubt. Auch wenn es mir oft
Leid tat, denn den anderen ging es in der Situation ja auch nicht gut
– aber hier musste ich dennoch egoistisch sein. Einmal in dem Sumpf
und man kommt nur schwer wieder heraus. Das heißt nicht, dass es mir
nicht auch oft emotional schlecht ging. Aber sich selbst zu
bemitleiden macht es nicht besser.
Und
dann kristallisierte sich noch ein anderes Phänomen heraus: ich nahm
nicht wirklich wahr, dass ich tatsächlich Krebs haben sollte. Alle
sprachen doch immer von einem Lymphom. Das klingt doch einfach nur
wie ein geschwollener Lymphknoten... Meine Mama sagte dann in
irgendeinem Zusammenhang mal „du hast nun mal Krebs“. Das
Ausgesprochen klang für mich total komisch. Es vergingen wirklich
einige Wochen, bis ich mich daran gewöhnen konnte. Natürlich hatte
ich mir nichts schön gemalt, aber ein Lymphom klang für mich
irgendwo dann doch weniger schlimm.
Mir
wurde wirklich oft gesagt wie stark ich denn sei, wenn ich gesagt
habe, dass ich da nun mal durch muss, ich keine andere Wahl habe und
das ich es schon schaffen werde. Das stimmt doch aber auch, entweder
kämpfen oder mein Leben verlieren, ich hatte nun mal leider keinen
Plan B. Und obwohl ich sonst ein großer Gefühlsmensch bin – ich
danke meinem Körper sehr, dass er in der Situation alles
abgeschaltet und einfach nur „funktioniert“ hat...
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