Mittwoch, 24. Februar 2016

Vorhang auf für den vierten Akt

Nachdem ich meine verschobene letzte Gabe nachgeholt und wieder fleißig mit den blöden Nebenwirkungen gekämpft hatte, stand nun der Start des vierten Zyklus an. Dieses Mal dauerte alles nicht ganz so lang. Nachdem ich etwas bedröppelt aus dem Arztgespräch kam, in dem man mir sagte, dass ich wohl in dem Studienarm der Bestrahlung eingeteilt worden war, ging es fast schon wieder weiter. Nachdem ich das Mittel gegen die Übelkeit bekommen hatte, kam der Arzt und spritze mir die Bolus-Spritzen. Direkt kurze Zeit später wurde mein Arm rot und heiß. Es brannte wie Feuer. Der Arzt schaute noch mal vorbei und meinte, dass es an der kleinen und dünnen Vene liegen könnte. Da sich nun auch an diesem Arm die nächste große Vene verabschiedet hatte - wie die Schwester durch mehrfachen hartnäckigen Stechen und Geschiebe feststellte - mussten wir nun auf die Kleinen ausweichen. Die Schwester spülte mit Kochsalz nach. Dann wurde der Beutel mit der Chemotherapie angehangen. Auch hier mussten wir einige Male zwischendrin durchspülen und auch die Infusion etwas langsamer einstellen, damit mein Arm nicht mehr brannte. Auch heute waren wieder die Infusionsrädchendreher wieder auf Hochtouren unterwegs – doch dieses Mal nicht mit mir, langsam hatte ich die Nase gestrichen voll...

Bereits im Auto merkte ich, dass es mir nicht so gut ging und war froh, als wir Zuhause angekommen waren. Diese Chemotherapie war von den Nebenwirkungen wirklich die schlimmste für mich. Ich musste mich mehrfach übergeben, mein ganzer Körper war heiß und schwitzte, ich hatte Magenschmerzen, Kreislaufprobleme, Schmerzen... Und nicht eine Minute erholsamen Schlafes konnte ich ergattern. Es war wirklich ein Horror. Mein Freund war einfach nur hilflos und wusste nicht, wie er mir helfen konnte. Ich muss gestehen, dass ich nach dieser Therapie das erste mal dachte: „Ich will das nicht mehr.“

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