5
Tage später stand schon meine Abschlussuntersuchung an. Ich war
aufgrund der letzten Chemotherapie noch immer nicht wirklich fit. Die
Nebenwirkungen waren dieses Mal etwas besser, ich hatte aber auch
alle Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen zu Hause eingeworfen, die
ich finden konnte. So blieb zumindest alles an Ort und Stelle –
auch wenn mir sehr übel war.
Ich
meldete mich in der onkologischen Ambulanz an – schließlich musste
meine Karte durchgezogen werden. Im Anschluss ging es in die
Nuklearmedizin. Die Schwester rief mich auf, um mir meinen
Venenzugang zu legen. Ich wies sie darauf hin, dass nur noch ein paar
meiner kleineren Venen funktionieren würden. Schon war sie genervt
und versuchte eine meiner kleinen Venen an zu peilen. Die Nadel lag
zwar, aber es war kein Rücklauf da. Also stach sie ein zweites Mal
in der Vene herum, ohne die andere Nadel vorher zu entfernen. Dieses
ganze Gestochere tat wirklich weh und ging mir irgendwann gehörig
auf den Kreislauf. Belächelnd sollte ich mich auf die Liege legen.
Sie würde die Ärztin rufen, damit diese mir dann eine Nadel legt.
Daraufhin kam die Ärztin und stach mich nun ein drittes Mal. Sie
nahm natürlich den Handrücken, wo es immer so schön weh tut. Aber
die Nadel saß endlich richtig. Ich war total genervt. Ich bekam nun
das radioaktive Zeug injiziert und sollte dann im Wartebereich warten
und das Zuckerwasser trinken. Die Liege im Arztzimmer verließ ich
mit ordentlichen Blutspuren...
Nach
einer Stunde wurde ich in den CT-Raum gerufen. Dort sollte ich meine
Hose wegen des Metallknopfes ausziehen. Der Schwester ging es nicht
schnell genug und witzelte: „Sie können auch die andere Hand
nehmen, die können Sie durchaus trotzdem bewegen.“ Noch immer
genervt machte ich ihr klar, dass die frisch gestochene Stelle mir
bei der Bewegung weh tut... Nun lief das Pet-CT. Nach einiger Zeit
wurde ich an das Kontrastmittel angeschlossen und die Ärztin führte
einen kleinen Probelauf durch, um sicher zu gehen, dass die Nadel
auch wirklich in der Vene liegt. Als das Mittel einschoss drückte
und schmerzte es in meinem Handrücken. Die Ärztin schaute nach und
sagte, dass die Nadel aber richtig liegen würde. Also ging es noch
einmal mit Kontrastmittel in die letzte Runde. Im Anschluss schmiss
die Schwester mir, mit einen auf die Nadel bezogenen Wink, noch mal
einen Spruch um die Ohren. Ich überhörte ihn und zog mich an.
Ich
war einfach nur froh, als ich wieder Zuhause war. Der Tag war für
mich einfach nur eine Tortur gewesen und ich war völlig fertig.
Eine
knappe Woche später sollte ich zur Auswertung kommen. Ich war sehr
nervös. Ich hatte doch Bedenken, ob und wie die Therapien
angeschlagen hätten und wie es nun für mich weitergehen würde.
Nach langem Warten rief mich der Arzt ins Zimmer und sagte mir, in
seinem für mich erst nicht verständlichen Arztjargon, dass es kein
aktives nachweisbares Gewebe mehr gibt, sondern lediglich inaktives
Restgewebe. Zu Deutsch: ich war geheilt! Er sagte mir weiterhin, dass
die Spezialklinik sich das CT noch einmal anschauen wird und auch
anhand dessen entscheidet, in welchen Studienarm ich eingeteilt
werden würde. Ich sollte mich telefonisch in einer Woche noch einmal
im Studienbüro melden.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen