Donnerstag, 5. Mai 2016

Nachsorge, die 2. - einmal Blut abzapfen, bitte!

Meine Güte – der letzte Eintrag liegt nun wirklich sehr lange zurück! Vor einiger Zeit wollte ich über ein bestimmtes Thema bloggen. Genau an diesem Tag, hatte ich allerdings meinen Laptop nicht bei mir und später war diese Stimmung, in der ich mich befand, dahin. Da wollte ich mir nichts dazu aus den Fingern saugen.

Am Montag stand meine zweite Nachsorge an. Bei dieser sollte nur ein großes Blutbild gemacht werden. Wie bereits in einem anderen Eintrag erwähnt, meinte der Arzt in der Reha zu mir, dass man diese Art der Erkrankung eigentlich sehr selten im Blutbild sehen kann – auch wenn ich im letzten Jahr „Glück“ hatte und mein Blutbild deutlich schrie, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Von daher blickte ich dieser Nachsorge eher ernüchternd entgegen.

Pünktlich um 10:00 Uhr fand ich mich wieder im Krankenhaus ein. Anmelden, warten und ab in den Chemoraum zur Blutabnahme. Jedes Mal frage ich mich, wieso es ein Labor zur Blutabnahme gibt, wenn man sich doch jedes Mal wieder in den Chemoraum begeben muss. Jedes Mal mit einem verdammt blödem Gefühl im Bauch, wenn man die Menschen dort sieht oder einem die Gedanken und Bilder wieder in den Kopf kommen. Klar, im Wartebereich sieht man auch nicht gerade grüne Wiesen mit kleinen Schmusehäschen, aber dennoch ist es dort noch einmal anders. Also nun wieder angespannt auf den Chemostuhl hüpfen. Die Schwester kam mit weniger Röhrchen, als ich erwartet hatte. Sonst waren es unzählige – und heute sollte nun auch wieder Studienblut mit abgenommen werden. Aber ich möchte mich ja nicht beschweren. Da ja meine eine Vene wieder erschienen war, war ich zuversichtlich, die letzten Blutabnahmen klappten dort ja wieder ganz gut. Naja, für eigentlich erfahrene Schwestern anscheinend nicht. Nach Hin- und Herstochern klappte es letzten Endes. Anschließend verließ ich den Raum und brachte noch schnell mein Pipi ins Labor und wartete... und wartete... und wartete... Nach einer knappen Stunde rief mich mein Studienarzt auf. Er fragte nur kurz, wie es mir geht und sagte, dass die Werte soweit gut aussehen. Sollte er doch noch etwas finden, würde er sich bei mir melden. Aha. Im Anschluss fragte er mich, ob ich denn zufrieden mit dem Verlauf der Therapie sei. Er muss meinen verdatterten Gesichtsausdruck bemerkt haben und legte hinterher: „Ja, also ich meine, sonst ist ja wieder alles gut, oder?“ Wie eigentlich immer, fehlten mir die Worte. In meiner wieder innerlich ansteigenden Wut vergaß ich sogar genau nach den einzelnen Blutwerten zu fragen. Alles in allem hatte ich das Gefühl, dass ich mir den Tag getrost hätte sparen können...

In einem halben Jahr steht dann die nächste Nachsorge an. Da wird dann wieder ganz groß aufgefahren: Blutbild, Ultraschall, Röntgen, EKG, Echo und Lungenfunktion. Wenn das kein Tagesausflug wird, weiß ich auch nicht.

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